Freitag, 29. November 2019

Sylvie Gühmann - OSTFRIESLAND Fettnäpfchenführer

Vom Schwabenländle nach Ostfriesland

Zeitungsjournalistin Sonja Häberle zieht wegen einer neuen Volontariatsstelle von der Schwäbischen Alb nach Leer in Ostfriesland. So viel anders kann es hier ja nicht sein. Ist doch alles Deutschland. Schnell merkt sie, dass dem nicht ganz so ist und wie schnell man hier von einem Fettnäpfchen ins andere treten kann. In ihrer Kollegin Grietje hat sie eine junge Frau zur Seite, die ihr alles genau erklärt und die sie vor der ein oder anderen kleinen Falle bewahrt.

Dies ist mal ein ganz anderer Reiseführer. In Romanform verpackt ziehe ich mit Sonja durch Ostfriesland, lerne Städte und kleine Dörfer kennen; finde die Landschaft genau so reizvoll wie Sonja und durch Grietje, die ihre Heimat wie ihre Westentasche kennt, erfahre ich in 45 kleinen Kapiteln sehr viel Wissenswertes und auch Skurriles aus der nordwestlichsten Gegend Deutschlands. Immer eingefügt der „Klookschieter“, der das Ganze noch etwas vertieft und die Rubrik „Wat´n Mallöör“ beschreibt, wie schnell ich in eine Fettnäpfchenfalle hinein tappen kann und wie ich sie gekonnt umschiffe.

Ich lerne Einiges über die Entstehung der Ostfriesenwitze; über den Ostfriesen der Herzen Otto Waalkes und stehe vor dem schiefen Turm von Suurhusen, der noch um mehr als 1 Grad schiefer ist als der schiefe Turm von Pisa, und diesen daher aus dem Guinessbuch der Rekorde vertrieben hat. Ob es um den Friesennerz geht, oder das Plattdeutsch als Sprache – alles wird thematisiert. Ich erfahre, was es mit dem „Moin“ auf sich hat und das es für Nichtfriesen besser ist beim Hochdeutsch zu bleiben; lerne das ostfriesische Teezeremoniell kennen und was es mit dem kleinen Löffel auf sich hat und habe lachen müssen, als ich Sonja zu einer Misswahl begleitet habe. Ich lerne die Rasenmäher des Hesseparks und die Räuber der Lüfte kennen und erfahre Wissenswertes über die Gezeiten, die Milchkannenkanone und den Galliviehmarkt.

Zum Schluss erklärt mir der Klookschieter mit 10 Gründen noch, warum ich unbedingt nach Ostfriesland ziehen sollte.
Im Anhang bekomme ich von der Autorin noch 10 Dinge vorgelegt, die ich in Ostfriesland unbedingt tun sollte. Aber auch 10 Dinge, mit denen ich mich dort oben blamieren kann. Als letztes noch ein lüttjes Lexikon för Butenlanners. Was das ist, solltet ihr beim Lesen dieses interessantes Buches selbst heraus finden.

Es müssen nicht immer trockene Reiseführer sein mit denen man sich auf Reisen begibt. Sylvie Gühmann zeigt hier einen Weg auf, der mir persönlich sehr gut gefallen hat. Dazu ein Lesezeichen mit den Do´s & Dont´s – was brauche ich mehr um in Ostfriesland einen wunderbaren Urlaub oder auch mehr zu verleben.

Sylvie Gühmann
OSTFRIESLAND Fettnäpfchenführer
CONBOOK Verlag

ISBN 9783958892569

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Donnerstag, 28. November 2019

Helene Tursten: Sandgrab

Typisch skandinavisch, typisch düster.

Kurz vor Weihnachten verschwindet ein neunjähriges Mädchen auf dem Weg von der Schule nach Hause in einem kleinen Städtchen Südschwedens. Als ein weiteres Kind verschwindet, gerät ein schweigsamer und introvertierter Teenager mit autistischen Zügen bei der Bevölkerung in Verdacht.

Das Besondere an skandinavischen Krimis sind die abgeschiedenen Gehöfte, die weiten Entfernungen und die unendlichen Wälder. Hier fühlt man sich auch an "Dunkelsommer" von Stina Jackson erinnert. Dies wird von der Autorin, die für ihre Figur der Irene Huss von der Kripo Göteborg bekannt ist, bestens in Szene gesetzt. Doch auch bei ihrer zweiten Ermittlerin Embla Nyström, die im vorliegenden Roman zum zweiten Mal ermittelt, setzt sie auf ihre konsequente Entwicklung von Spannung. In einem routinierten Erzählstil führt sie die Leserinnen und Leser in eine Geschichte, und somit in ein Geschehen, aus dem diese nicht wieder herauskommen. Mit der Ermittlerin verfolgt man die Spuren und ist bei jeder Wendung erneut überrascht über den Verlauf, den die Geschichte nimmt.

Die Figuren sind skandinavisch spröde, doch sie wirken authentisch. Die Ablehnung der lokalen Polizei gegenüber den übergeordneten Behörden sorgt für zusätzlichen Zoff im Figurenensemble.

Hinzugelernt habe ich nebenbei, was ein A-Traktor ist. Den Begriff kannte ich bislang nicht. Doch Google half mir dann. Ist schon interessant.

Der Roman ist gut gegliedert in Teile und Kapitel. Allein schon wegen der Spannung lässt er sich schnell lesen. Für alle, die gerne skandinavische Krimis mit viel Spannung lesen bestens zu empfehlen.

Helene Tursten
Sandgrab
Aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg    
 
btb/ Random House, München
ISBN 9783442718030

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019
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Mittwoch, 27. November 2019

Harriet Tyce: Blood Orange


"Schneller F*** gefällig?" So lautet eine von vielen ähnlichen SMS, die die Protagonistin und Anwältin Alison schreibt. Und dieses Zitat sagt auch schon, worum es in diesem "Thriller" geht. Ja, richtig gelesen. Der Roman wurde als "Thriller" tituliert, wobei mir der Thrill leider verborgen blieb.

Doch worum geht es? Seit vielen Jahren ist Alison Anwältin und hat stetig darauf hingearbeitet, mit Mordprozessen in die Riege der Staranwältinnen aufzusteigen. Nun ist es endlich soweit, sie bekommt einen Fall, in welchem sie eine Ehefrau verteidigen soll, die offensichtlich ihren Mann getötet hat. Zumindest gibt die Beschuldigte es selbst zu und möchte dafür verurteilt werden.

Leider wurde dieser Prozess im Roman zum Nebenstrang. Im Vordergrund stand die Figur der Anwältin mit ihren Problemen. Sie ist eine Alkoholikerin und betrügt ihren Mann mit einem Kollegen. Das mag höchst widersprüchlich klingen, allerdings hatte sich für mich aber nie ein Widerspruch gezeigt. Ihr Verhalten ist so widerwärtig, dass sie kaum Fans gewinnen wird. Ihre Versuche - sind es wirklich welche? - aus der Abhängigkeit ihres Liebhabers und des Alkohols auszubrechen, sind halbherzig. Ihre tausenden Entschuldigungen gegenüber ihrem Mann und ihrer Tochter sind so abgedroschen, dass man als Leser nicht mehr daran glauben mag, dass sie sich ändert. Gerade hat sie ihrer Tochter zur Wiedergutmachung ein gemeinsames Pizzaessen versprochen, da geht sie noch in eine Bar nur "ein Glas" und simst ihrem Lover, um um einen Quickie zu betteln. Schließlich liegt sie am nächsten Morgen betrunken im Büro. Alison ist einfach nur verabscheuungswürdig mit solch einer Vehemenz, dass sie in mir keinen Fan gefunden hat. Natürlich war ich neugierig, was aus ihr im Verlauf der Handlung werden würde. Zwar konnte es mich nicht befriedigen, aber insofern kann man dem Roman nicht zuschreiben, dass es ihm an Spannung fehlt. Doch die Begeisterung für diese Protagonisten blieb auf der Strecke.

Im Gegensatz zur Figur der Protagonistin ist der Erzählstil vollkommen richtig gewählt. Der Roman wird ersten Person im Präsens erzählt. Damit ist der Leser ganz nah an den Ereignissen und im Kopf von Alison. Doch leider sind die Entscheidungen von ihr trotzdem nicht nachvollziehbar.

"Blood Orange" ist der Debütroman der schottischen Autorin, die vielleicht allzusehr aus ihrem eigenen Alltagsgeschehen als Prozessanwältin in London berichtet. Man kann ihn zwar gut lesen, es ist ein sehr spannendes Familiendrama, kein Thriller (dieses Label auf dem Cover weckt falsche Erwartungen) und man muss aber nicht Fan der Hauptfigur werden.

Harriet Tyce
Blood Orange
Aus dem Englischen von Kerstin Winter

Diana/ Random House, München
ISBN 9783453423145

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019
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Dienstag, 26. November 2019

Lars Schütz - Rapunzel, mein

Ein packender, spannungsgeladener Thriller, der es manchmal ein bisserl übertreibt

Rabea Wyler ist 11 Jahre alt, als ihre kleine Schwester Marie spurlos verschwindet. Nur ihre linke Hand wird später tief in den Wäldern des Emmentals gefunden.
Heute ist Rabea Profilerin beim LKA Rheinland-Pfalz in Mainz. Als im Galli-Theater in Essen die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, der man beide Hände abgeschnitten hat, denkt sie sofort an ihre Schwester, deren Suche sie nie aufgeben wird. Sie vermutet, dass der neue Fall in Essen etwas mit ihrer Schwester zu tun hat. Und dem muss sie unbedingt nachgehen.
Jan Grall, ihr ehemaliger Chef beim LKA, hat sich nach seiner Suspendierung kiffend in einer Ferienwohnung in Cannobio am Lago Maggiore verkrochen. Er soll Rabea bei ihrer Suche, bei der sie meint, eine neue Spur gefunden zu haben, helfen.

„Rapunzel mein“ ist für mich der erste Fall, den ich von dem mir bisher unbekannten Autor Lars Schütz gelesen habe. Da ich in kurzen Sequenzen immer wieder kleine Einblicke in den ersten Fall der beiden Fallanalytiker bekomme, habe ich nicht den Eindruck bisher etwas Entscheidendes verpasst zu haben. Meine Neugier auf den „Alphabetmörder“ wird allerdings stark angestachelt.

In diesem Fall, der an das Märchen „Rapunzel“ der Gebrüder Grimm angelehnt ist, bin ich mit den beiden Profilern im Ruhrgebiet, in Essen, Duisburg und Düsseldorf unterwegs. Einige Kapitel spielen auch in Burgdorf in der Schweiz, wo Rabea aufgewachsen ist; in Cannobio am Lago Maggiore, wo Jan aus seiner selbst gewählten Abgeschiedenheit gerissen wird und ganz zum Schluss noch in Las Vegas, USA.

Rabea Wyler und Jan Grall, die ich hier erst kennenlerne, wobei ich auch die Infos zum Privatleben der Beiden schätze, sind mir von Anfang an recht sympathisch. Beide haben ihr Packerl zu tragen, sind recht eigenwillig, haben Beide eine starke Persönlichkeit. Aber auch die anderen Charaktere, die hier handeln, z.B. Clanchef Ilias Quabbani, Moritz Beil, Boss der Satan´s Squad oder Kristijan Ivasic und Delilah Demirci, Vincent Hunger und die Familie Meyer, habe ich schnell ein klares Bild vor Augen um sie in meinem Kopfkinofilm mitspielen zu lassen.

Die Spannung hält sich von Anfang an recht hoch, steigt weiter an um auf diesem hohen Niveau zu bleiben bis zum Schluss.
Das Buch ist in 4 Teile unterteilt; die 74 Kapitel lassen sich sehr leicht und zügig lesen. Es gab allerdings auch Stellen, bei denen mir die Action einfach zu hoch und auch zu unglaubwürdig erschien. Aber gut, da hat es Lars Schütz meiner Meinung nach einfach zu gut gemeint und es etwas übertrieben. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Andere mögen das ganz anders sehen.

Alles in allem ein actionreicher, packender, spannungsgeladener Thriller mit einer unerwarteten Wendung, den ich trotz kleiner Kritik sehr gerne gelesen habe.
Da Wyler und Grall evtl. als selbständige Profiler zusammen arbeiten wollen, bahnt sich hier vielleicht auch schon der nächste Fall für die Beiden an. Zuerst aber nehme ich mit den „Alphabetmörder“ vor.

Lars Schütz
Rapunzel, mein
Ullstein Verlag, Berlin

ISBN 9783548291758

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Sonntag, 24. November 2019

Sandra Grimm - Wie kleine Tiere groß werden: Die kleine Raupe

Ein wunderschön gestaltetes Buch für unsere Jüngsten

Aus der Serie von Sandra Grimm und Agnese Baruzzi "Wie kleine Tiere groß werden" haben wir neben "Die kleinen Rotkehlchen" auch "Die kleine Raupe" für unseren kleinen Enkel gekauft. Er kennt die kleine Raupe schon als PopUp-Buch und ist auch von der neuen Raupe, die aus dem Cover durch das Guckloch schaut, ganz begeistert. Wunderschön den Werdegang der kleinen Raupe zu beobachten, wie sie sich langsam durch die Seiten knabbert, sich in einem Kokon verpuppt und schließlich zu einem wunderschönen Schmetterling wird.

Kurze, knappe Texte zusammen mit wunderschönen Illustrationen bei denen man so Vieles und immer wieder Neues entdecken kann sind gerade richtig für dieses Alter. Die festen Pappseiten mit den abgerundeten Ecken halten, denke ich zumindest, auch häufiges Anschauen gut aus.

Wir hoffen, dass es aus der Serie "Wie kleine Tiere groß werden" bald weitere Bilderbücher geben wird.

Sandra Grimm
Wie kleine Tiere groß werden: Die kleine Raupe
Ravensburger Buchverlag

ISBN 9783473438273

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Freitag, 22. November 2019

Martina Straten - Blau, blau, tot die Frau

Spannung und Gänsehaut pur!

Hochsommer mit Hitzerekorden in Deutschland. Schlafen ist am angenehmsten bei offenem Fenster. Dass mach er sich zunutze, das „Phantom“ steigt in Häuser ein, sitzt am Bett von allein lebenden Frauen und beobachtet sie. Manchmal streicht er ihnen auch übers Bein. Doch irgendwann ist ihm das nicht genug …

Mit ihrem Debütkrimi „Weiss, weiss, Totenkreis um die sympathische Hauptkommissarin Franziska Merten, ihren Freund Polizei-Psychologe Michael Jung und ihren Kollege HK Armin Kühn hat mich Martina Straten von ihrer Schreibqualität überzeugt. Und ohne vorzugreifen: Sie hat mich auch mit ihrem 2. Buch wieder total in ihren Bann gezogen. Sie schafft es ab der ersten Seite, dass sich meine feinen Härchen auf den Armen aufstellen und es mir eiskalt den Rücken runter läuft. Sie erzeugt Spannung pur. Und ich war in diesen Lesetagen auch noch allein zuhause. So gruselig und so erschreckend.

Das Phantom, ein ganz in blau gekleideter Mann mit Gesichtsmaske, kundschaftet seine Opfer, alles sehr hübsche nicht mehr ganz junge Frauen, aus. Er kennt sich in den Häusern aus, kennt ihre Gewohnheiten und findet schnelle Wege um in die Häuser, den privatesten Raum der Frauen einzudringen. Und er schüchtert sie ein, droht ihnen, bis er eine Grenze überschreitet und er seinen ersten Mord begeht.

Durch die detaillierten Beschreibungen der Lebensumstände der beteiligten Frauen meine ich fast sie zu kennen; es könnten meine Nachbarinnen sein. Was mich den einzelnen Frauen noch viel näher kommen lässt und mich vielleicht auch deshalb noch mehr erschüttert.
Ich falle in einen Sumpf aus Angst, Panik, Selbstzweifeln, Gerüchen, sexistischen Gedanken und vor allem auf einen starken Überlebenswillen.

Franziska Merten, die von Anfang an der Meinung war, dass das Phantom weiter gehen und mehr wollen wird – womit sie dann ja auch recht hat – nimmt die Fährte zu ihm auf. Was sich anfangs sehr schwierig gestaltet. Außerdem kommt bei ihr und ihrem Partner Michael Jung das Thema Kinder wieder auf. Ein für sie nicht mehr denkbares Thema.
Ich finde es toll, wie die Autorin neben dem mörderischen Phantom auch solch sensible Themen mit genau der gleichen Intensität anpackt und mich auch hier emotional stark mitnimmt.
Ein Mann, den ich auch sehr gerne mag, kommt hier wieder zum Zuge: Rechtsmediziner Rainer Thiel. Ich finde es einerseits so schön, wie liebe- und respektvoll er mit seinen Leichen umgeht. Andererseits ist er mir gerade deshalb auch ein wenig suspekt.

Und natürlich blicke ich in Kapiteln, die dem Phantom gewidmet sind, in die Tiefe seiner Seele und erfahre, wie er zu dem geworden ist, wie er nun ist. Und da bekomme ich schon fast ein wenig Mitleid mit dem Mann. Aber nur fast.
Für mich ist es immer ganz schlimm, wenn ich mir vorstelle, dass solche Geschichten genau so passieren könnten. Weil sie so lebensecht beschrieben sind. Eine schreckliche Vorstellung.

Also Mädels, im nächsten Hitzesommer maximal bei gekipptem Fenster schlafen.

Die Geschichte ist garniert mit Sommerhits aus verschiedenen Jahrzehnten, die in einer Liste am Schluss alle nochmal aufgeführt sind. Das nimmt, wie ich finde, dem ganzen Fürchterlichen ein ganz klein Wenig den Schrecken, bringt etwas Leichtigkeit in die zähen Ermittlungen.

Martina Straten ist wieder ein emotionaler, erschreckender, realitätsnaher Thriller gelungen, der mich gefesselt und am Ende durch eine für mich unerwartete Wendung sprachlos gemacht hat. Die Geschichte wird bestimmt noch eine Zeit in mir nachwirken. Und ich mache nachts meine Fenster nicht nur zu. Ich lasse auch die Rollläden runter.

Martina Straten
Blau, blau, tot die Frau
Selfpublishing

ISBN 9781088936283

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Mittwoch, 20. November 2019

Carol O'Connell: Blind Sight

Einen psychologischen Thriller und Polizeiroman zugleich können die Leser erwarten. New York ist der Schauplatz, in welchem Kathy Mallory zusammen mit ihrem Partner Riker ermittelt.

Im Haus des Bürgermeisters werden mehrere Leichen gefunden. Dies soll jedoch vertuscht werden. Die Polizei und die CSU brkommt keinen Zugriff für Ermittlungen. Parallel dazu erfährt der Leser die Sichtweise eines kleinen, blinden Jungen, der gefangen gehalten wird. Er ist entführt worden und beginnt gerade ein Verhältnis zu seinem Bewacher aufzubauen. Der Leser erfährt nicht, ob der Bewacher auch der Entführer ist. Aber Mallory erfährt von dem Verschwinden einer Nonne und ihres kleinen Neffen. Da sich die Vermisstenabteilung offenbar nicht der Sache annimmt, wird sie gebeten, die beiden zu suchen. Doch die Nonne findet sie schnell bei den Leichen, ebenfalls tot. Diese Tote passt aber nicht in das Schema der anderen Toten. Mallory hat einen handfesten Zusammenhang bei der Fälle.

Der Schreibstil der Autorin ist eine Besonderheit in diesem Genre. Die Geschichte wird meistens als Erzählung dargeboten, denn in Dialogen präsentiert. Selbst innerhalb von wörtlicher Rede werden Rückblenden und Szenen wieder als Erzählung dargestellt. Ein Wortgefecht mit spritzigen oder gar humorigen Dialogen wird der Leser nicht erwarten können .

Das liegt aber auch - und damit komme ich zum zweiten großen Pluspunkt - an der Figur der Protagonistin Mallory. Sie ist eine ganz besondere Figur und Ermittlerin. Sie ist introvertiert, rechthaberisch und kaum steuerbar von ihren Vorgesetzten. Lediglich Riker hat sich mit ihr arrangiert. Er ist derjenige im Roman, durch den wir Mallory kennenlernen. Seine Gedanken und sein Verhalten gegenüber seiner Partnerin lassen den Leser erkennen, was Mallory für ein Mensch ist. Das zeigt sich in Sätzen wie: "Er sagte nichts. Er war daran gewöhnt, dass seine Partnerin Puzzlestücke manchmal gewaltsam einfügte, weil ihr das Bild, das dabei herauskam, in den Kram passte." Weil er Mallory den Dienstwagen fahren lässt, für die die Straße nur eine Rennstrecke ist und er sich grundsätzlich am Amaturenbrett abstützen muss, wird er von den Kollegen gefragt, warum er in ihrem Selbstmord-Dienstwagen-Kommando nicht das Lenkrad in die Hand nimmt. Er antwortet lediglich mit einem Schulterzucken. Mallory hat eine besondere Gabe, Wahrheit und Lüge bei ihren Gesprächspartnern zu unterscheiden. Sie selbst sieht sich als die beste Lügnerin und setzt diese Methode ganz bewusst ein, um Ihre Gesprächspartner in eine Falle zu locken. Sie wird nie akzeptieren, dass ein verdächtiger Gesprächspartner besser lügt als sie. Sie ist davon überzeugt, dass das unmöglich ist. Und Mallory ist paranoid. Natürlich spielt ihre Herkunft eine besondere Rolle dabei. Als sie sich den Rat eines psychologischen Beraters holt, um ihren Verdächtigen analysieren zu lassen, kommt sie zu dem Schluss, dass sich ihr Berater mit dem Verdächtigen gemeinsam gegen sie verschworen hat. Dabei wollte der Berater ihr nur klarmachen, wie der Verdächtige tickt.

Die in New York lebende Autorin hat mit Kathy Mallory eine der originellsten Ermittlerfiguren geschaffen, die das Genre bieten kann. Bereits 1995 hat sie sich mit ihrem Debütroman zum Sterben in die Bestsellerautorenriege hinein katapultiert.

Ein Kritikpunkt habe ich allerdings bezüglich der Übersetzung. Gendersprache hin oder her, aber das Vermengen weiblicher Pronomen mit englischen Begriffen ist ein Unding. Warum wird statt "die Detective" nicht "die Ermittlerin" gesagt?
Carol O'Connell
Blind Sight
Aus dem Amerikanischen von Judith Schwaab

btb/ Random House, München
ISBN 9783442716425

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019
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Dienstag, 19. November 2019

Rüdiger Barth - Das Haifischhaus

Tennis ist ein großes Rätsel

Toto Berger hat alles, was man sich als Tenniscrack nur wünschen kann. Viel Geld, ist angesehen und beliebt, jeder in der Branche kennt ihn. Und dann kommt der Break und alles ist vorbei. Von Heute auf Morgen. Dazu Krankheit und Alkoholismus. Doch plötzlich ein Licht am Horizont. Ein letztes Spiel gegen die aktuelle Nr. 1 im Tennis auf Schalke.

Wir er es noch einmal schaffen sich zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen, sich zu Höchstleistungen zu pushen?

Durch das Cover mit dem Tenniscourt und den Klappentext bin ich auf das Buch aufmerksam und vor allem neugierig geworden. Mit Tennis hatte ich bis hierher nicht viel am Hut. Trotzdem hat mich das Buch recht schnell in seinen Bann gezogen. An den außergewöhnlichen Schreibstil habe ich mich erst gewöhnen müssen, was aber recht flott ging.

Auch wenn ich hier und da Frau Google bemühen musste, weil mir Begriffe nicht klar waren oder ich Sätze nicht verstanden habe, war ich schnell in der Welt des Tennis daheim. Mit Toto Berger erlebe ich den Aufstieg und den Fall eines großen Tennisasses. Ich lerne die Menschen aus seinem direkten Umfeld kennen und Viele, die er im Lauf seiner Karriere kennengelernt hat. Um ihn herum ergibt sich ein stimmiges Bild eines Ausnahmesportler mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Freunden, seinen Sherpas und auch von Missgünstigen.

Ich stehe mit ihm auf der Terrasse des Haifischhauses und schaue auf die Flensburger Förde hinaus. Der Autor hat eine so detailreiche ausdrucksstarke Schreibweise, dass sofort farbige Bilder in meinem Kopf entstehen und ich meine sogar den Wind an der Ostsee zu spüren und die Wellen rauschen zu hören.

Zum Schluss hin, wo ich bei seinem letzten Spiel dabei bin, war es mir dann doch zu tennisdominant. Da habe ich etwas abgeschaltet, was den Unterhaltungswert aber in keinster Weise geschmälert hat.

Ein tolles Buch mit vielseitigen und vielschichtigen Charakteren, über Erfolg, Rücksichtslosigkeit und den tiefen Fall, über neue Chancen, gute Freunde und Menschen, bei denen ich nicht weiß, ob sie es wirklich gut meinen. Ich erhalte tiefe Einblicke in den Tennissport, lerne Fachbegriffe und bin bei Totos letztem Spiel dabei.

Ein ausdrucksstarker Roman über Höhen und Tiefen, den ich nicht nur Tennisfans ans Herz legen möchte. Ein packendes Debüt eines Autors, von dem ich gerne mehr lesen möchte.

Rüdiger Barth
Das Haifischhaus
Heyne Verlag, München

ISBN 9783453272392

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Montag, 18. November 2019

Natasha Korsakova: Römisches Finale

Nachdem ich bereits vom Debütkrimi eingefangen war, stieg die Neugier vor dem zweiten Roman. Um es vorwegzunehmen: Ich wurde nicht enttäuscht.

Die Autorin, die selbst Konzertmusikerin ist, hat auch diesen zweiten Krimi um Commissario Di Bernardo in der Szene der klassischen Musik angesiedelt. Als ein berühmter Pianist bei der Generalprobe zu einem Benefizkonzert erschossen in der Garderobe aufgefunden wurde, fällt dem nichts anderes ein, als Di Bernardo auf den Fall anzusetzen. Schließlich sei er der Experte für klassische Musik, da er bereits zuvor in diesem Milieu einen Fall gelöst hätte (siehe "Tödliche Sonate"). Der Commissario nimmt sich zusammen mit dem jungen Kollegen, Ispettore Del Pino, des Falles an..

Die beiden sind ein sehr unterhaltsames Team. Der erfahrene Commissario, der mit seinem Sohn zusammenlebt, auf der einen Seite. Und der forsche und manchmal vorschnelle Ispettore, der den ganzen Roman über an nichts anderes denkt als an Essen. Ihren Gesprächen zu lauschen, bietet ein besonderes Vergnügen für den Leser

Was die Dramaturgie der Geschichte angeht, so kann sich der Leser auf einen höchst verzwickten Ratekrimi einstellen. Über lange Strecken hinweg lohnen sich keine Spekulationen, denn es wird bis zum Schluss mit einer unerwarteten Konstellation gearbeitet. Man spaziert mit den Ermittlern zwangsläufig in viele Sackgassen, was den Roman sehr spannend macht .

Hervorragend fügen sich die Rückblenden in die aktuelle Handlung ein. Sie erzählen eine eigene Geschichte, die zum großen Teil in Kalabrien handelt. Spätestens da kann der Leser einen Bezug zur 'NDrangheta erahnen. Doch wie die Geschichte von damals mit dem aktuellen Kriminalfall zusammenhängt, sollte jeder Leser schon selbst erlesen.

Ich habe mich bestens von Natasha Korsakova durch die Straßen Roms jagen lassen und danke ihr für diesen sehr spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman. Kribbelnder Spaß auf hohem Niveau.

Natasha Korsakova
Römisches Finale
Heyne/ Random House, München

ISBN 9783453423633

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019
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Sonntag, 17. November 2019

Freitag, 15. November 2019

Peter Märkert - Janina tot

Allerbeste Unterhaltung – realitätsnah und äußerst spannend

Er wollte doch nur schnell Pommes-Schranke und etwas zu trinken am Kiosk besorgen. Als er zurück kommt, ist seine Freundin Janina tot. Erschlagen mit einer seiner Hanteln, die er zum trainieren mitgenommen hatte, und in ein Gebüsch gezerrt. 1000 Sachen schwirren in seinem Kopf herum. Er ist doch wegen Körperverletzung schon vorbestraft und nur auf Bewährung nicht im Knast. Trotzdem ruft er die Polizei, die schnell herausfindet, wer sie alarmiert hat. Nur seine Bewährungshelferin Marie Marler glaubt an seine Unschuld und versucht alles, damit Frederik nicht in Untersuchungshaft bleiben muss. Das allerdings bringt sie in Konflikt zu ihrem Freund, Hauptkommissar Christian Kramer vom KK11 in Bochum, der zusammen mit einem Kollegen diesen Fall aufzuklären hat.

Wie von Autor Peter Märkert gewohnt, machen kurze, knappe Sätze und die Erzählung in der Gegenwart die Geschichte sehr schnell und lassen die Seiten nur so durch meine Finger fliegen. Ich muss mich zwingen, hier und da mal eine keine Pause zu machen, was mir dank der Spannung, die zwar nur ganz unterschwellig da ist, sehr schwer fällt.

Die Personen sind lebensnah und menschlich beschrieben und ich kann sie mir sehr gut vorstellen. Die lebensfrohe Janina Kamphausen, die gerne auffällige Kleidung trägt und von den jungen Männern umschwärmt wird, mir selbst aber nicht sehr sympathisch ist. Ihr Freund Frederik Sunter, der auf der Abifeier den gleichaltrigen Sebastian zusammengeschlagen hat, vom Gericht 8 Monate auf 2 Jahre Bewährung bekommen hat und Sebastian ein mtl. Schmerzensgeld zahlen muss, ihn hätte ich gerne hier und da in den Arm genommen und ihm Trost und Mut zugesprochen. Ein richtig lieber Junge eben. Ihre allerbeste Freundin Larissa Larrisch, mit der Janina noch viel lieber zusammen ist wie mit Frederik, was ich persönlich nicht verstehen kann. Doch was macht man gegen seine Gefühle. Eifersüchteleien bleiben bei dieser Konstellation natürlich nicht. Gerade Frederik macht in dieser Geschichte solch gravierende persönliche Fortschritte, dass ich ihn dafür einfach nur bewundern kann.
Auch von Bewährungshelferin Marie Marler und Hauptkommissar Christian Kramer hatte ich bald ein klares Bild im Kopf, genauso wie von den meisten anderen Personen, die in dieser Geschichte einen Platz gefunden haben. Mein Kopfkino wurde ab der ersten Seite gezündet und hat sich erst zum Schluss wieder abschalten lassen.

Die Geschichte könnte genau so passiert sein und das macht mich echt sprachlos. Wie schnell sich Liebe in Hass verwandeln kann. Realitätsnah zusammengefasst von einem Autor, dessen Namen ich mir ab jetzt merken werde. Er hat mich mit nur wenigen Seiten gepackt, in die Geschichte hinein gezogen und gefesselt. Ich habe so mit Frederik gebangt, dass der wahre Sachverhalt endlich ans Licht kommt. Am Schluss bin ich froh und zufrieden mit dem Ausgang zurück geblieben.

Wer gerne Krimis liest, die realitätsnah sind und ohne viel Blutvergießen auskommen, der ist hier genau richtig. Allerbeste Unterhaltung mit einem hoch und stabil bleibenden Spannungsbogen ist garantiert.

Peter Märkert
Janina tot
Selfpublishing

ISBN 9781723732706

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Donnerstag, 14. November 2019

Nora Berger: Der Fluch der Zuckerinsel

Mit diesem Roman begibt sich der Leser in einen ungewöhnlichen Landstrich für historische Romane. Ungewöhnlich und exotisch. Was schon mal zu einer besonderen Lust beim Lesen führt.

Es ist die Insel Martinique Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine französische Kolonie, die vom Anbau des Zuckerrohrs und von afrikanischen Sklaven geprägt ist. Annabelle, die Tochter des reichsten Plantagenbesitzers ist in Leon verliebt und umgekehrt. Ihre Liebe hat nur den kleinen Makel, dass ihre Familien bis aufs Blut verfeindet sind und miteinander konkurrieren. Eine gemeinsame Flucht kommt noch nicht in Frage, besonders Leon will sich erst etwas aufbauen, um seiner zukünftigen Frau etwas bieten zu können. Da sein Vater ihm die Heirat mit Annabelle verwehrt und er nicht an der Plantage interessiert ist, geht er nach Paris, um Medizin zu studieren. Doch dann kommt alles anders. Während Annabelle ihren zukünftigen Ehemann in Paris wähnt, wird sie von ihrem Vater gezwungen, einen Verbrecher und Sklavenhändler zu heiraten. Denn die reiche Fassade wart nur den Schein.

Nora Berger führt uns in eine Zeit und eine Region, die ich aus Romanen kenne, die ich in meiner Kindheit gelesen habe. Damals standen Abenteuer im Vordergrund und Romane von Daniel Defoe und Alexandre Dumas spielten dabei eine ganz große Rolle. An diese Romane schließt der vorliegende Roman fantastisch an. Zwar steht die zentrale Frage, ob sich das Paar am Ende zusammenfindet, unaufhörlich im Raum, doch dazwischen müssen beide unzählige Abenteuer bestehen.

Das geschieht in zwei großen Teilen. Während der erste Teil auf der Zuckerinsel spielt, ist Paris der Dreh- und Angelpunkt des zweiten Teils. Die Theaterwelt und das Cabaret im Paris Napoleons, die Künstlerszene in dieser Zeit lässt ein Milieu erstrahlen, deren Glanz nicht alle Schichten der Menschheit erreicht. Für die Hauptfiguren gibt es ein ständiges Auf und Ab.

Die Autorin hat mich mit dieser Geschichte eingefangen. Die Abenteuer haben mir außerordentlich Spaß gemacht und ich empfehle den Roman gerne weiter. Abenteuerliche Lektüre zur Vorweihnachtszeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


Nora Berger
Der Fluch der Zuckerinsel
Bookspot Verlag

ISBN 9783937357997

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Dienstag, 12. November 2019

Romy Fölck - Sterbekammer

Noch besser als seine Vorgängerbände

Der Hund von Josef Hader gebärdet sich wie verrückt. Ist etwas passiert? Eine Nachbarin informiert Frida Paulsen, die sofort zur Deichmühle fährt. Und ja, es ist dort etwas passiert: Der alte Eigenbrötler ist die Treppe herunter gefallen. Beim näheren Hinschauen fällt Frida eine Bodenklappe auf, die in den Keller führt. War dies hier ein Gefängnis? Bjarne Haverkorn, der sich immer noch von einer Rauchvergiftung erholt, erinnert sich an einen Cold Case, der nun schon 10 Jahre zurück liegt. Damals wurde die junge Frau und Mutter zweier kleiner Jungs, Anneke Jung, hier in der Gegend entführt. DNA-Spuren ergeben, dass Anneke eine Zeit lang hier gefangen gehalten sein muss.
Zeitgleich trifft bei der Mordkommission in Itzehoe die Meldung ein, dass in einer Tankstelle der Tankwart in der vergangenen Nacht ermordet wurde.
Für den neuen Leiter Nick Wahler, der die Mordkommission von seinem Vorgänger Andreas Vollmer, der zur LKA nach Kiel zur Operativen Fallanalyse gewechselt ist, übernommen hat, also zwei Fälle, die sehr arbeitsintensiv sind. Vor Frida Paulsen, Bjarne Haverkorn und ihre Kollege liegt eine Menge Arbeit.

Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn durfte ich schon bei zwei vorangegangenen Fällen begleiten und habe die beiden sympathischen Ermittler direkt ins Herz geschlossen.
Frida hat es in diesen Tagen nicht leicht. Nick Wahler scheint sich auf sie eingeschossen zu haben und lässt sie seine neue Macht spüren.
Ich finde es immer wieder schön, auch Persönliches über die Ermittler zu erfahren, lerne sie daher noch besser kennen und kann manches Tun besser einschätzen und verstehen. Es ist allerdings auch ohne Vorkenntnis der Vorgängerbände kein Problem dem Fall hier zu folgen. Manches aus der Vergangenheit wird kurz angerissen, was vollkommen zum Verständnis reicht.

Der leichte, schnell zu lesende Schreib- und Erzählstil lässt die Geschichte mit verschiedenen Strängen schnell an mir vorüber ziehen. Wobei mich gerade die Passagen, die in der Ich-Form von der Entführten erzählt werden, ganz besonders mitgenommen und Gänsehaut erzeugt haben. Es scheint unglaublich, was ein Mensch alles erleiden und erdulden kann. Ich bewundere die starke Frau, die den Tod nicht fürchtet, sich aber Gedanken macht, dass ihr Mann und ihre Kinder nicht wissen, was mit ihr geschehen ist. Es ist ein zähes Ringen. Wird sie es schaffen? Kann die Polizei ihr Martyrium noch rechtzeitig stoppen? Ich habe mit gerätselt, mich gegruselt, mitgefiebert, mit gebangt und mit gelitten.
Ich finde es so spannend und interessant am eigenen Leib zu erfahren, wie es die Autorin immer wieder schafft, die verschiedensten Emotionen bei mir zu wecken. Und mit diesem Buch hat sie sich, wie ich finde, gegenüber den beiden Vorgängerbänden wieder um Einiges gesteigert. Bitte weiter so, Frau Fölck.

Zum Schluss setzt noch mal eine Wendung ein, an die ich absolut nicht gedacht hätte. Alles wird logisch und schlüssig aufgelöst und ich bleibe mit einem wunderschönen Blick aus Bjarnes Augen in seine neue Lebensmitte zurück. Immer in der Vorfreude auf den nächsten Fall für Paulsen und Haverkorn.

Ein spannender Fall, der sich jederzeit und überall ereignet haben könnte. Sympathische Ermittler, die keine Kraftanstrengung scheuen, den neuen Fall zu lösen. Und ein neuer Kripochef, dem ich zutraue, sich bald richtig gut in die eingeschworene Gemeinschaft der Ermittler einzubringen.

Für alle, die gerne spannende Krimis lesen: Hier müsst ihr dabei sein!

Romy Fölck
Sterbekammer
Bastei Lübbe Verlag, Köln

ISBN 9783785726549

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Montag, 11. November 2019

Das Institut von Stephen King


Mitten in der Nacht kommt der dunkle SUV in den kleinen Vorort von Minneapolis. Die Insassen schlüpfen lautlos in das Haus von Luke Ellis und dessen Eltern. Alle schlafen nichtsahnend in ihren Betten. Luke wird betäubt und entführt. Seine Eltern brutal ermordet.
Als Luke erwacht befindet er sich in einem Zimmer, das aussieht wie seines. Alles ist identisch, bis auf eines: Das Fenster fehlt. Wo ist er? Was ist geschehen?
Luke befindet sich im „Institut“, welches versteckt in Maine liegt. Dort leben weitere Kinder verschiedenster Herkunft, Hautfarbe und Alter. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie besitzen telepathische oder telekinetische Fähigkeiten. Die einen mehr, die anderen weniger. Die einen haben das eine, die anderen das andere oder sogar beides. Jedenfalls sind sie alle auf irgendeine Weise paranormal veranlagt und dies macht sich das „Institut“ zunutze. Aber wozu? Luke lernt seine Mitinsassen kennen: Kalisha, den rebellischen Nick, und den schüchternen und ängstlichen 10-jährigen Avery. Derzeit leben sie alle noch im „Vorderbau“, wo sie Untersuchungen und Test unterzogen werden, ansonsten aber eigentlich einen den Umständen entsprechend angenehmen Aufenthalt haben. Man munkelt, dass es im „Hinterbau“, dem Teil des Instituts, wohin sie nach einer Weile verlegt werden, richtig übel zugeht. Aber so genau weiß es keines der Kinder, denn es kam noch nie jemand von dort zurück. Luke will fliehen und versucht alles, um dem Institut zu entkommen, damit er Hilfe holen und seine Freunde retten kann …
***
Stephen King steigt in die Handlung des Romans ein, indem der Leser zunächst den ehemaligen Cop Tim Jamieson kennenlernen lässt, der aus einem Bauchgefühl heraus seinen gebuchten Sitzplatz im Flugzeug gegen Bargeld einem Regierungsmitarbeiter überlässt. Tim trampt los und landet schließlich in einem kleinen Ort namens DuPray, wo er als „Nachtklopfer“ anheuert und dort irgendwie hängenbleibt. Er fühlt sich  einfach wohl in dem kleinen Örtchen … und bleibt dort.
Erschienen als gebundene Ausgabe
bei Heyne
insgesamt  768 Seiten
Preis: 26,00 €
ISBN: 978-3-453-27237-8
Kategorie: Roman
© Marion Brunner_Buchwelten2019

Sonntag, 10. November 2019

Uticha Marmon und Anne-Kathrin Behl - Plötzlich war ein Wuckel da

Heute mal etwas ganz anderes: Ein wunderschönes kleines Kinderbuch:

Zum Vorlesen und darüber sprechen

Der kleinen Ida geht es gar nicht gut. Die Eltern haben ein Wuckel mitgebracht. Und das bleibt jetzt da, schreit dauernd und alles dreht sich nur um das Wuckel. Bis Ida merkt, dass sie dem Wuckel alles, was sie angestellt hat, in die Schuhe schieben kann. Ida ist einfach nur eifersüchtig.

Da unser Krümel noch zu klein für dieses Buch ist, habe ich es mit ihm nur angeschaut. Unsere kleine Nachbarin (4 1/2 Jahre) hat sich sehr gefreut, dass ich ein neues Buch habe und hat es sehr interessiert mit mir angeschaut und ich habe vorgelesen. Anschließend haben wir uns über Ida und das Wuckel unterhalten. Ich war erstaunt, dass die Kleine das Wuckel gleich als Baby angesehen und ihm einen Namen gegeben hat. Bei uns heißt das Wuckel nun Leon. Sie hat gar nicht verstehen können, warum Ida so fies zu Leon ist, da Babys doch so süß sind und sie sich unbedingt einen Babybruder wünscht und der soll dann Leon heißen.

Ich muss sagen, auch mir hat das Buch in seiner Farb- und Wortgestaltung sehr gut gefallen. Es eignet sich sehr gut für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, zum Vorlesen, vielleicht schon selbst lesen und vor allen Dingen zum anschauen und darüber sprechen. Ein tolles Buch für junge Eltern, die schon ein Kind haben, das bald ein Geschwisterchen bekommen wird.

Uticha Marmon und Anne-Kathrin Behl
Plötzlich war ein Wuckel da
Magellan Verlag

ISBN 9783734820601

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Freitag, 8. November 2019

Veronika Peters - Die Dame hinter dem Vorhang

Aus dem Leben einer interessanten Frau

Jane Banister ist gerade mal 18 Jahre alt, da verlässt sie Gut Renishaw, den Landsitz der Familie Sitwell in Yorkshire. In London tritt sie die Stelle als Dienstmädchen bei der von ihrer Familie ungeliebten exzentrischen Dichterin und Schriftstellerin Edith Louisa Sitwell an. Mit den Jahren entspinnt sich zwischen den beiden so ungleichen Frauen eine Freundschaft und eine für Dienstbotin und Herrschaft ungewöhnliche Vertrautheit. Durch Edith lernt Jane die Metropolen dieser Welt und zahlreiche Persönlichkeiten kennen. Aber sie blickt auch hinter den Vorhang und wird Zeugin von Armut, Alkoholismus, nicht erwiderte Liebe zu einem russischen Künstler, Krankheit und Verfall der Frau, der sie so viel zu verdanken hat.

Ich lerne Edith Sitwell aus der Sicht ihrer Vertrauten Jane Banister kennen, die 37 Jahre in ihrem Dienst stand und zu einer der ganz wenigen Freunde wurde. Die Geschichte beginnt 1964 kurz vor Edith´ Tod und durch Rückblenden erfahre ich Vieles aus dem Leben der exzentrischen Künstlerin. Sie, die von Geburt an von ihren Eltern ungeliebt war, sie, die nicht dem damaligen Schönheitsideal entsprach, die in eine körperformende Apparatur gezwängt wurde, deren Schmerzen sie noch viele Jahre spürte, die sich von ihrem Elternhaus entfernte und außerhalb dieser elitären Welt ihren ganz eigenen meist nicht einfachen Weg ging.

Ich kannte Edith Sitwell bisher noch nicht. Das Buch hat mich dazu angestachelt, mich etwas intensiver mit dieser Frau und ihrem Werdegang zu beschäftigen.

Ich genieße es durch die Augen von Jane Banister das Leben dieser Frau mit verfolgen zu können. Allerdings die meiste Zeit nur hinter dem Vorhang. Mir hätte es noch besser gefallen, wenn ich auch vor dem Vorhang öfters mit dabei gewesen wäre.

Trotzdem: Ein absolut lesenswertes Buch über eine sehr interessante Frau und ihr exzentrisches Leben, das hinter dem Vorhang meist ganz anders aussah.


Veronika Peters
Die Dame hinter dem Vorhang
Wunderraum Verlag

ISBN 9783336548088

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© Gaby Hochrainer, München 2019

Donnerstag, 7. November 2019

Dienstag, 5. November 2019

Iny Lorentz: Der Fluch der Rose

Da gibt es zunächst Esmeralda mit ihrem kleinen Sohn Juan. Ihr Mann Don Felipe, dem sie in den Krieg gegen die Türken gefolgt war, ist gefallen. Zu ihrem Schwiegervater kann sie nicht, denn der hatte etwas gegen die Heirat seines jüngsten Sohnes mit ihr. Don Felipe war aus der Adelsfamilie verbannt worden. Seine Weggefährten haben Esmeralda und ihren Sohn nach dem Tod ihres Anführers allein gelassen. Schwerkrank und halb verhungert werden Esmeralda und Juan in einem Benediktinerkloster aufgenommen.

Und dann ist da Elisabeth, die Kaufmannstochter. Ihr Vater will sie mit einem Geschäftsmann verheiraten, der sich als arger Rüpel herausstellt. Elisabeth ist von ihm angewidert und gönnt ihm nicht, der erste Mann zu sein, der sie zur Frau macht. Deshalb bändelt sie mit einem vermögenden Kaufmann an, der aus der Dynastie derer von Fugger stammt. Er ist zwar verheiratet, aber das stört sie nicht. Wenn nur nicht ihr Verlobter der erste wäre. Doch offenbar ist sie zu naiv für das, was dann alles geschehen wird.

Die Geschichte zieht den Leser in ihren Bann. Mit vielen jeden Details ausgeschmückt, begleitet man den Lebensweg zweier Menschen, die nichts über ihre eigene Herkunft wissen. Intrigen stehen an der Tagesordnung und sollen dafür sorgen, dass die beiden hierüber auch erfahren werden.
Die Struktur des Romans sorgt für ein schnelles Lesen. Alle 60 Seiten ein neues Großkapitel mit jeweils zehn bis zwanzig Kapiteln. Die bildreiche Sprache und die schnörkellosen, passenden Dialoge sorgen dafür, dass der Roman wie großes Kino im inneren Auge abläuft.
Gefesselt von den Ereignissen läuft dieser Film viel zu schnell vor mir ab.

Klar herausgestellt wurden von Iny Lorentz die Zusammenhänge innerhalb der Dynastien der Kaufmannsfamilie Fugger, die bekannt dafür waren, selbst Kaisern und Königen Kredite für deren Leben und Kriegsführung geboten zu haben (nicht immer zum eigenen wirtschaftlichen Erfolg).
Sehr angenehm sind auch die letzten Seiten im Nachwort, wo die Schriftsteller auf die Hintergründe der in der Geschichte verarbeiteten Fakten eingehen.

Der Roman bietet beste Unterhaltung, gerade in der bevorstehenden Weihnachts- und düsteren Jahreszeit.

Iny Lorentz
Der Fluch der Rose
Droemer Knaur Verlag, München

ISBN 9783426653876

© Detlef Knut, Düsseldorf 2019
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Bücher, die gefallen


Sonntag, 3. November 2019

Leonie Haubrich - Die Totenkünstlerin

Ein Blick in die Vergangenheit

Ellen Fries´ Leben läuft gerade nicht geradeaus. Sie hat sich räumlich von ihrem Freund Herbert getrennt, der mal sie mal wieder durch eine Affäre hat. Diesmal ist es vielleicht sogar mehr. Die Anrufe eines alten Mannes, der behauptet ihr leiblicher Großvater zu sein, setzen ihr zu. Er kennt nicht nur ihren Namen, sondern auch ihr Geburtsdatum. Und dann erfährt sie auch noch, dass sie nach dem Freitod ihrer Mutter von den beiden Menschen, die für sie Jahrzehnte lang ihre Eltern waren, adoptiert wurde. Eine Welt bricht für sie zusammen. Natürlich will sie mehr über ihre Mutter und deren Tod erfahren. War es wirklich Selbstmord? Oder ein Unfall? Oder sogar Mord?
Dann lernt sie Tobias kennen, einen Flötisten, der sich als Straßenmusikant sein Geld verdient. Er gibt ihr wieder ein wenig Halt und Selbstwertgefühl. Zusammen mieten sie sich in einem Haus ein, das Ellen wage bekannt vorkommt. Kommt sie hier dem Geheimnis ihrer Mutter näher?

In Rückblicken lerne ich auch die „Totenkünstlerin“ mit ihren Aktionen kennen. In der Annahme, mit ihren Bildern vor der ganz großen Karriere zu stehen, kennt sie keine Grenzen. Das Lesen ihrer Gedanken ist Gänsehaut pur.


Leonie Haubrich hat mich auch mit diesem Thriller, der sich erst ganz zum Schluss auflöst, total überzeugt. Sie versteht es, mich mit ganz leisen Emotionen, Gefühlen und geschickt verpackten Worten sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Dieser Sog hat mich auch diesmal das Buch nicht aus der Hand legen lassen.

Da ich eher ein Thrillerfan der leisen Töne bin, finde ich es toll, dass die Autorin auch hier wieder ohne blutige Szenen und Gemetzel auskommt. Trotzdem ist die Spannung ab der ersten Seite da. Vor allem bei Ellen bin ich mir manchmal nicht sicher, ob hier alles real zugeht oder ob sie sich manche Dinge nur einbildet.

Mit Ellen bin ich nicht sofort warm geworden. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich sie ins Herz geschlossen habe. Genau so ging es mir auch mit Tobias. Und bei der Totenkünstlerin war ich mir bis kurz vor Schluss nicht im Klaren, wer sie ist und wie gefährlich sie Ellen werden könnte.

Ich war auch bei der Totenkünstlerin wieder gefesselt, habe mit Ellen gelitten, versucht hinter das schreckliche Geheimnis zu kommen und die wirklich gute Unterhaltung genossen.


Leonie Haubrich
Die Totenkünstlerin
Selfpublishing

ISBN 9781688169180

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Freitag, 1. November 2019

Ildikó von Kürthy - Es wird Zeit


Kann es wirklich nicht mehr so weitergehen?

Judith Rogge ist fast fünfzig Jahre alt und steht an einem Scheideweg:
Ihre Ehe mit einem Mann, den sie eigentlich nicht wollte, scheint am Ende; ihre drei erwachsenen Kinder brauchen sie nicht mehr; sie ist mit sich selbst total unzufrieden. Und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Nun ist sie die Nächste. Kann das alles gewesen sein?
Die Fahrt zur Beerdigung ihrer Mutter führt sie aus Hamburg-Wedel nach Jülich im Rheinland, wo sie auch ihre frühere beste Freundin Anne, deren Leben gerade durch eine Krankheit auf der Kippe steht, und ihre große Liebe Heiko wiedersieht. Hier nimmt sie sich eine Auszeit und überdenkt ihr bisheriges und ihr vielleicht zukünftiges Leben.

Ich bin zwar schon etwas älter als Judith, habe mich aber beim Lesen immer wieder an die Zeit erinnert, als ich mit mir selbst immer wieder gehadert habe. Ich denke, diese Phase macht jede Frau mehr oder weniger mal durch. Schon daher hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die eingestreuten Songtexte aus Judiths Jugendzeit haben mich auch immer wieder an mich selbst in dieser Zeit erinnert.
Da die Geschichte von Judith selbst erzählt wird, kann ich ihr Handeln und ihre Gedanken noch besser verstehen. Bin viel näher an ihr dran. Sie ist mir mit ihrer lieben, herzlichen und hilfsbereiten Art sofort sympathisch. Aber auch die anderen Menschen, in deren Umfeld ich mich hier bewege, werden sehr realitätsnah, menschlich und gut vorstellbar beschrieben.

Es geht um verschiedene menschliche Schicksale, um Fragen, die in einem bestimmten Alter fast von alleine kommen, von einer Krise, die bewältigt werden will. Obwohl es um viele ernste Themen geht, driftet die Geschichte zu keinem Zeitpunkt ins deprimierende ab. Die kleinen humorvollen Spitzen, die immer wieder eingestreut werden, aber auch die lebensbejahende Art von Judith lässt für ein Schmunzeln immer wieder Raum.

Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen. Was sich aber nun nach „Es wird Zeit“ ändern wird. Mir hat der eingängige, leicht zu lesende und zu verstehende und sehr realitätsnah geschriebene Roman sehr gut gefallen. Eine so warmherzige Geschichte mit viel Humor, mit traurigen Momenten, jeder Menge Emotionen und viel Gefühl, der mich nachdenklich gemacht hat. Der aber auch zeigt, wie viel das Leben zu bieten hat. Man muss es nur annehmen.

Wunderschöne eingestreute Zeichnungen von Peter Pichler runden den Roman ab.

Ich habe es nicht bedauert, einen kleinen Teil ihres Lebens mit Judith gemeinsam gegangen zu sein. Nein, ich habe es richtig genossen.

Ildikó von Kürthy
Es wird Zeit
Wunderlich/ rowohlt, Hamburg

ISBN 9783805200431

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