Mittwoch, 8. August 2018

Heike Meckelmann - Küstendämon

Frauen in Angst

Auf Fehmarn geht nicht nur bei Frauen die Angst um. Nachdem die Fotografin Mara tot im Staberforst gefunden wurde, gibt es eine neue Vermisstenmeldung. Sophie Larsen meldet sich seit einigen Tagen nicht mehr und bei ihrer Freundin in Hamburg, die sie besuchen wollte, ist sie auch nicht aufgetaucht. Den Kommissaren Dirk Westermann und Thomas Hartwig von der Kripo Oldenburg läuft die Zeit davon. Und obwohl sie Tag und Nacht ermitteln, ist kein Land in Sicht. Als eine weitere Tote gefunden wird, beginnt sich ganz langsam ein Muster herauszukristallisieren. Werden Sie Sophie finden, bevor der Mörder erneut zuschlägt?

Ich habe den Kommissaren schon bei ihrem letzten Fall "Küstenschatten" über die Schulter geschaut und mit ermittelt. Daher kenne ich die meisten Handelnden hier schon. Besonders auf Katrin, die Freundin von Kommissar Westermann und ihre Tante Charlotte Hagedorn habe ich mich sehr gefreut. Charlotte, die es nicht lassen kann und ihre Nase überall reinstecken muss, gefällt mir sehr. Auch in diesem Fall ist sie mit ihrer Kamera unterwegs und kann den ein oder anderen Tipp geben.

Auch in die Gedanken und das Tun des Täters, der sich hier Josephine nennt und ihren weiblichen Opfern unsägliche Schmerzen zufügt, bekomme ich immer wieder kurze Einblicke. Nichts für schwache Nerven.

Auch diesmal haben mich die Beschreibungen der Insel und ihrer Bewohner fasziniert. Man merkt, dass sich die Autorin dort auskennt und eine echte "Inselratte" ist, die ihr Fehmarn liebt. Ich bekomme direkt Lust, diese Ostseeperle auch einmal zu besuchen.

Was mich diesmal etwas gestört hat, waren etliche Rechtschreibfehler, die meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen haben. Vielleicht sollte man die für eine evtl. Neuauflage ausmerzen.

Spannung von Anfang an, ein Fall, der die Kommissare an ihre Grenzen bringt, ein guter Schuss Lokalkolorid und ein toller Showdown. So muss ein guter Krimi sein.

Heike Meckelmann
Küstendämon

Gmeiner Verlag, Messkirch
ISBN 9783839222300

© Gaby Hochrainer, München 2018
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