Freitag, 26. Januar 2018

Lars Winter: Mondblond

Eher zufällig bekam ich diesen Kriminalroman in die Hand. Es handelt sich um den ersten Fall eines eigenartigen Ermittlerteams. Zunächst ist da Ulf Norden, seines Zeichens Künstler und Dozent beim LKA Niedersachsen. Zu seinem Partner entwickelt sich Pfarrer Klinger, Kunstliebhaber und durch Erbschaft Millionär, der gerne sein Maserati ausfährt. Norden wurde in seine Heimatstadt Emden gerufen, zum Begräbnis seines Vaters, zu dem er seit vielen Jahren ein gestörtes Verhältnis pflegte. Eigentlich wollte er sich schon lange mit dem Vater versöhnen, doch der hat sich durch den Tod nun der Versöhnung entzogen. Aber Pfarrer Klinger, der sich als Freund des Vaters bezeichnet, hat einen Brief vom Vater an seinen Sohn. Während des Begräbnisses fällt Norden eine junge, elegante Dame auf, die offenbar niemand aus der Trauergemeinschaft kennt. Kann der Brief seines Vaters das Geheimnis um diese fremde Frau lüften?

Der Autor hat einen Kriminalroman mit einem besonderen Wohlfühlklima geschaffen. Die Ermittler verfügen zwar über reichliches Konfliktpotenzial, bewegen sich aber durch ihre Beziehung zur Kunst auf einem genussreichen Niveau. Ihre Dialoge miteinander entbehren nicht eines Humors und erinnern an jene von Starsky & Hutch oder Magnum & Higgins. Da sich die Ermittler nicht nur auf Niedersachsen beschränken, sondern ihre Ermittlungen sie auch nach Italien führen, wird auf entsprechendes Flair gesetzt. Der Einfluss der Mafia wird nicht unterdrückt und macht den Krimi umso rätselhafter.

Der Verlag hat sich eine besondere Ausstattung für diese Krimireihe einfallen lassen. Mit Lesebändchen und Illustrationen, die einerseits die Handlung illustrieren und andererseits den Charakter der Ermittler (Stichwort Kunst) unterstützen. Lediglich der Buchblock wurde so schlecht gemacht, dass man manchmal gewillt ist, das Buch aus der Hand zu legen. Wenn da nicht die spannende Handlung wäre!

Lars Winter
Mondblond

Wind und Sterne Verlag
ISBN

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018
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