Sonntag, 29. Mai 2016

Mario Giordano: Tante Poldi und die Früchte des Herrn

Isolde Oberreiter, genannt Tante Poldi, hat sich mit ihrem bayerischen Temperament auf Sizilien niedergelassen. Als plötzlich nicht nur in ihrem Domizil das Wasser ausbleibt, der kleine Hund ihrer Freundin Valerie vergiftet wird und auch noch zwei Morde geschehen, fühlt sie sich berufen, ihrem Freund und Liebhaber Commissario Vito Montana bei den Ermittlungen behilflich zu sein...

In der zweiten Geschichte, in die ich mich auch ohne Kenntnisse des ersten Buches gut hineingefunden habe, stellt der Autor Tante Poldi noch die traurige Signorina und den Padre zur Seite, die ihr bei den Ermittlungen hier und da behilflich sind. Die Protagonisten empfinde ich allesamt als etwas schräg und ungewöhnlich, was mich bei manchen Aktionen hier und da zum Schmunzeln gebracht hat. Einiges wirkt durch die Skurilität aber auch etwas unwahrscheinlich und fürmich nicht nachvollziehbar.

Der Schreibstil liest sich flüssig, sehr leicht und spiegelt sehr gut das leichte Lebensgefühl Siziliens wieder. Allerdings bergen die Erzählungen des Neffen, aus dessen Sicht die Geschichte geschrieben ist, immer wieder Längen, die die Spannung, wenn sich mal welche aufgebaut hat, in sich zusammen fallen lässt. Ich hatte zwar einen witzigen Krimi erwartet, aber der Klamauk ist mir dann doch etwas zuviel.

Besonders gut gefallen mir die detailreichen Beschreibungen der Landschaft. Auch wenn Onkel Martino erzählt, bin ich mttendrin.

Wer einmal eine ganz neue und andersartige Ermittlerin sucht, die immer wieder für Lacher in einer superwitzigen, manchmal klamaukigen Geschichte sorgt, der ist hier genau richtig.
Mein Fall ist das leider nicht.
Giordano, Mario
Tante Poldi und die Früchte des Herrn
Bastei Lübbe, Köln
ISBN 9783431039481

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