Montag, 15. Oktober 2012

Ich lebe, lebe, lebe von Alison McGhee




Die 17-jährige Rose lebt in einer relativ verlassenen Gegend in den Bergen von Irgendwo. Im März, bei noch glatten Straßenverhältnissen geraten Ihre ältere Schwester Ivy und sie in einen Autounfall. Ivy saß am Steuer und konnte dem hellblauen Truck, der zu schnell in die langezogene Kurve fuhr, nicht mehr ausweichen. Während Rose bei dem Unfall nicht verletzt wurde, fiel ihre Schwester in ein Koma, aus dem sie bis heute nicht erwacht ist.
Rose und ihre Schwester Ivy hatten immer ein sehr inniges Verhältnis. Sie waren zwar sehr gegensätzlich aber dennoch unzertrennlich. Jeden Tag besucht Rose ihre Schwester im Pflegeheim, wo sie nur noch durch die Maschinen am Leben erhalten wird. Sie wird künstlich beamtet, sie wird ernährt, ansonsten schläft Ivy und schläft und schläft.
Rose bricht es das Herz, ihre Schwester dort zu sehen. Immer wieder spricht sie mit ihr, liest ihr vor. Sie kann nicht glauben, dass Ivy sie nicht mehr hören kann. Der Arzt sagt das zumindest, doch Rose ist der Meinung, dass er sich so sicher nicht sein kann.
Roses Mutter hat ihre älteste Tochter seit Monaten nicht mehr besucht. Sie wollte von Anfang an die lebenserhaltenden Maßnahmen, doch die in sich gekehrte Frau kann es nicht ertragen ihr Kind dort so liegen zu sehen. Statt dessen muss sie sich nach Feierabend zwanghaft beschäftigen, um nicht durchzudrehen. 
Auch Ivys Freund, die beiden waren immerhin seit 3 Jahren zusammen, besucht das Mädchen nicht. Er sagt, er kann nicht, er würde daran zerbrechen.
So sind es jeden Tag immer wieder Rose und der Nachbar William T., die bei Ivy im Zimmer sitzen. William T. kümmert sich seit Jahren um die Familie, um genau zu sein, nachdem der Vater sie verlassen hat. Nun fährt er Rose jeden Tag in die Klinik und bleibt mit ihr für Stunden dort.
Rose hat große Probleme mit dem Verlust ihrer Schwester, den immer wiederkehrenden Momenten des Unfalls und ihren Ängsten umzugehen. In der Schule tuscheln sie über die „lebende Leiche“, doch direkt ansprechen tut sie fast niemand. Rose kapselt sich ab, stürzt sich in wechselnde Jungenbekanntschaften. Doch nichts nimmt ihr den Schmerz in ihrem Inneren.
William T., der vor Jahren seinen Sohn verloren hat, kommt an Rose heran und kümmert sich liebevoll um sie wie ein Vater. Das Zusammensein und die Gespräche helfen Rose jedoch nur begrenzt.
Dann ist da noch ihr Mitschüler Tom, der immer wieder auf Rose zugeht, sie anspricht, fragt wie es ihr geht und so ganz anders ist als die Jungs, mit denen Rose versucht hat den Schmerz in ihrem Herzen zu vertreiben. Tom kennt den Schmerz des Verlustes und der Verzweiflung nur zu gut. Er hat seinen Vater verloren. Und er findet einen Weg, dass Rose sich öffnet und fallen lässt. Vielleicht schafft Rose es mit Toms Hilfe sogar, Ivy endlich loszulassen, damit sie in Frieden gehen kann und Rose selbst endlich wieder lebt, lebt, lebt …


Erschienen als Klappenbroschur
im dtv premium Verlag
160 Seiten
Preis: 12,90 €
ISBN: 978-3-423-24934-8
Katergorie: Jugendbuch ab 14. Jahre

© Buchwelten 2012

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